178 wo er tauſend Folterqualen mit feſt aufeinander ge⸗ biſſenen Zähnen erduldet hatte.
„Nein, nein“, ſtieß er mit heiſerer Stimme her⸗ vor, nichts ſoll Euch trennen, Du treue Mutter, Du treues Weib!— Laßt auch mich bei Euch bleiben!“
Seine Worte wurden beinahe durch den Jubel des kleinen Fritz übertönt, der, alle Thränen plötzllich vergeſſend, jauchzend zu ihm ſprang und ſeine Hand faßte.
Paula wankte einen Schritt zurück und tiefe Bläſſe bedeckte ihr ſchönes Antlitz, aber auch Hanne wußte nicht, wie ihr geſchah. War das Alles ein Traum oder eine Prüfung für ſie, wie ſie in ihrer Jugend in Märchen und Sagen geleſen? Kam jetzt noch das Schwerſte, der Abſchied nach, oder ſollte ihr aus dem unſäglichen Schmerz erſt das wahre Glück erblühen? War's nicht eine Täuſchung— durfte, durfte ſie auch wirklich hoffen?—„Hermann, Du?“ ſtammelte ſie, und es war ihr, als wanke das ganze Haus mit ihr. „Du mußt ja fort— und glücklich werden.“
Der wehmüthige Zug wich allmälig aus Ried⸗ helm's Antlitz, für ihn gab es kein Schwanken und Zaudern mehr, kräftig richtete er ſeine Geſtalt empor und ſeine Stirn erglänzte von der hehren Ruhe


