166
So lang' ich ihn aber
kein ehrlicher Handwerker? kenne—“
„Ich habe ihn noch früher und in ganz anderer Stellung gekannt“, fiel Paula der Stockenden in's Wort.
Groß ſah dieſe die Gräfin an. Die alte, blinde Mutter hatte alſo mit ihren geheimnißvollen Andeu— 4 tungen eben ſo recht gehabt, wie die eigenen zeitweiſe aufgetauchten Ahnungen.
„Sie kannten ihn?“ flüſterte ſie.„In einer andern Stellung, ſagen Sie? O. jetzt weiß ich, weßhalb er ſo hoch über uns ſteht. Mir war's doch immer, als wenn ſich in den Wolken, die ſeine Stirne beſchatteten, ein großes Geheimniß berge.“
Sie ſtand nachdenklich und nickte immerfort ein klein wenig mit dem Kopfe, wie zur Beſtätigung all' deſſen, was ihr Gehirn durchkreuzte.
„Wollen Sie, daß ich Ihnen das Räthſel löſe?“ fragte Paula.
1 Eine Weile dachte Hanne nach, dann aber ſchien ſie mit einem Male aller Beklemmung Herr geworden zu ſein.
„Nein“, entgegnete ſie und hob das Haupt mit einer Bewegung ſiegreicher Zuverſicht,„nein! Böſes


