163 frieden ſein.— Und ich bin's auch“, ſchloß ſie,„und wäre ſogar glücklich, wenn ich nur meinem Manne einen Theil meiner Zufriedenheit ſchenken könnte.“
Paula mußte immer wieder von neuem ſtaunen über den Adel der Gedanken und die— faſt mußte ſie ſagen—„Gewähltheit“ des Ausdrucks in Hanne's Rede. Man ſah, die Frau hatte nicht ohne die Ein⸗ wirkung zu empfinden, an der Seite eines gebildeten und edel denkenden Mannes acht Jahre, ja eigentlich faſt zehn Jahre gelebt. Was ihr aber das Wichtigſte, war das unwillkürliche Geſtändniß dieſer Frau, und dieſen Eindruck verrieth ſie auch in dem Ausruf:
„Er alſo fühlt ſich doch gedrückt?!“
Hanne beugte, wie von einem Vorwurf getroffen, das Haupt, ein leiſer Seufzer ſtahl ſich über ihre Lippen.
„Ja“, geſtand ſie zu,„das ſieht man ihm wohl an, denn geſagt“, ſetzte ſie raſch, wie ihren Gatten vertheidigend, hinzu,„geſagt hat er mir's noch nicht. Er denkt wohl, die Frau müſſe nicht Alles wiſſen— nun, man merkt's gleichwohl.— Ach, wenn er nur wollte“, fuhr ſie dann von einer geheimen Hoffnung angetrieben fort,„es könnte Alles anders werden.
Man kommt ihm ſogar vom Gewerbe entgegen, Alle 115


