Teil eines Werkes 
[2.] (1873)
Entstehung
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151 dern gegeben. Ob er unter Allen die Wahl hatte— rer?— ſchien ihr gar nicht fraglich.

„Nun“, meinte die Blinde, und diesmal war die Stimme ſchon ſchärfer,„iſt vielleicht eine ſeiner alten Bekannten. Wer weiß?“

Dieſe Bemerkung berührte Hanne ſonderbar, aber ſie fand nicht Zeit, über die Urſache nachzudenken oder eine Antwort zu geben, denn die Hausthüre ging und Fritz ſprang jubelnd nach der Thüre, doch öffnete ſie ſich nach kurzem Klopfen, ehe er ſie noch erreicht hatte

Hanne erſchrak unwillkürlich auf's Heftigſte, als ſtatt ihres Gatten der gräfliche Diener eintrat, der nachmittags die Uhr gebracht hatte. Sie fand kein Wort, ihn zu empfangen, und vermochte ſich nicht von der Stelle zu rühren. Das flüchtige Wort, das ihre Mutter fallen gelaſſen und nun die Ueberraſchung machten ihr zuſammen den Eindruck, als müſſe eine Gefahr ſie bedrohen, oder wohl gar ſchon ein Unglück geſchehen ſein.

Erſt die Frage des Dieners, ob ſie Frau Ried ſei, brachte ſie wieder zu ſich. Sie bejahte ſcheu und hörte in eigenthümlicher Erregung ſeine Aufforderung an, ſofort zur Gräfin zu kommen.

„Ich, zur Frau Gräfin?“ ſtammelte ſie er⸗