Teil eines Werkes 
[2.] (1873)
Entstehung
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Riedhelm ließ ſich in der Arbeit nicht ſtören. Ge⸗ laſſen erwiderte er:

Sind wir acht Jahre davon weggeblieben, wer⸗ den wir wohl auch diesmal daheim bleiben.

Das war Waſſer auf der Alten Mühle.

Ah! höhnte ſie,hätt' ich doch bald vergeſſen, wie ſolche Unterhaltung für den Herrn Schwiegerſohn zu gemein ſei. Ja natürlich, das iſt nichts. Ob die arme Frau auch einmal ein paar Stunden aufathmen will, wenn ſie ſich das ganze Jahr zu Tode plackt, darum wird nicht gefragt. Zum Fegen, Kochen, Wa⸗ ſchen und Plätten, zum Stricken und Nähen, zum Ab⸗ mühen und Abhetzen iſt die Hanne gut genug, was will ſie auch mehr? Hätt' ſich die Tochter aus dem reichen leipziger Haus auch nicht träumen laſſen, daß ihre Enkelin einmal wie eine Magd gehalten werden ſoll, und nicht einmal wie eine ſolche, denn die ſo⸗ Jar hat Sonntags ihren Ausgang zu Tanz und Ver⸗ gnügen.

Haſt Du's wirklich ſo ſchwer, Hanne? fragte Riedhelm herbe.

Hanne verſetzte leiſe, ſie habe nicht geklagt.

Geklagt hat ſie freilich nicht, berichtigte Frau Lehmann,aber wer's nicht ſieht, muß blind ſein.