7
„Zuweilen aber auch falſch, wenn das Mißtrauen als Hörmuſchel dient“, entgegnete Riedhelm unwillkür⸗ lich. Die Alte hatte ihn gehört, ſo leiſe er geſprochen.
„Weiß nicht, was das für Muſcheln ſind“, fing ſie das fremde Wort auf,„und verſtehe des Herrn Schwiegerſohns feine Reden nicht. Bin nur ſchlichte Worte gewöhnt, wie ſie ſich für uns arme Leute ſchicken, aber der Herr Schwiegerſohn läßt ſich nicht gern zu
uns herab, nicht einmal in der Sprachweiſe— iſt ihm Alles zu gering. Die Zufriedenheit im Kleinen“, fügte ſie mit aufwärts gerichteten Augen hinzu,„iſt eine Tugend und nicht Jedermanns Erbtheil, aber wer ſie erwirbt, iſt Gott wohlgefällig.“
Riedhelm ſah einen Augenblick bitter auf, ſetzte dann aber ſeine Arbeit ſtumm fort. Eine Erwiderung, das wußte er, war da ſo gut angebracht, als hätte er ſeine Uhren mit bloßen Worten reguliren wollen. Hanne fühlte, was er empfand, ſie hatte die beſte Abſicht, zu mildern und auszugleichen.
„Das iſt freilich wahr, Mutter“, ſagte ſie darum, „aber glücklich iſt Der, welcher ſie nicht erſt zu erwer⸗ ben braucht.“ Das war aber nicht geeignet, die Blinde zu beſänftigen.
„Du ſprichſt auch nur ſo, weil Du's gern ohne
———————


