Teil eines Werkes 
[2.] (1873)
Entstehung
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war zumeiſt darum zu thun, der Bitterkeit, die ſich in ihr ſeit ihrem Erblinden allmälig aufſtapelte, freien Lauf zu laſſen und ſie auf Andere zu entladen. Hanne räumte die Blechtaſſe mit Allem, was darauf war, in die Küche hinaus und ſetzte ſich, die Arbeit wieder ufnehmend und von ihrem Mann halb abgewendet, an ihren früheren Platz. Eine längere Pauſe war eingetreten, jetzt erſt, da Riedhelm einige Rädchen bei Seite ſchob, um einen ihm nothwendigen Stift zu ſuchen, brach die Blinde wieder das Schweigen. Ah! ſagte ſie,der Herr Schwiegerſohn zählt ja Geld und gar Silber, war alſo doch einmal ein feines Geſchäft, und da Riedhelm, nur erſtaunt auf⸗ ſehend, ein eigenthümliches Räuſpern hören ließ, fuhr ſie fort:Na, ich hör's ja. Hab den Ton oft genug gehört, da noch Guldenſtücke und Thaler in's Haus gekommen ſind iſt jetzt freilich ſchon lange her. Die Frau Mutter irrt, warf Riedhelm weiter arbeitend gleichgiltig hin,das war mein Arbeitszeug. Die Alte kicherte. Sie war mißtrauiſch und dünkte ſich viel zu klug, um ſich betrügen zu laſſen. Ja, meinte ſie,einem Blinden kann man leicht was weiß machen, aber wer Ohren hat, der hört.