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für einen nicht einmal laut gewordenen Frevel in Ge⸗ danken.
Riedhelm ließ ſie verwundert gewähren, die Hin⸗ gebung hätte ihn vielleicht gerührt, aber ein anderer Gedanke beſchäftigte ihn, und da er ſeinem Weibe nicht in's Auge ſehen konnte, glitt ſein Blick unwillkürlich über ihren Anzug hin.
Es lag nichts Mißbilligendes, nur eine leiſe Mah⸗
nung in ſeinen Worten, als er ſagte:
„Aber wie ſiehſt Du wieder aus, Hanne? Ich habe Dich ſchon ſo oft gebeten, Dich nicht ſo ſehr zu ver⸗ nachläſſigen!“
Hanne erſchrak und ſetzte die Taſſe vor die Blinde hin. Hals und Antlitz waren von tiefer Röthe über⸗ glüht. Eilig ſtrich ſie die Schürze glatt, ſtreifte die Aermel hinab und nahm das Tuch vom Kopfe, es um den Nacken zu ſchlingen.
„Verzeihe, Ried“, ſagte ſie bittend,„aber ich war ſo beſchäftigt, ich hatte Arbeit.“
„Trotzdem!“ erwiderte er ruhig.
„Es war ja für Dich!“ ſetzte ſie hinzu, um ſich zu entſchuldigen.
Er antwortete nichts, zog ſeinen Rock aus und
hängte ihn ſtatt der Blouſe, die er nun überwarf, an 1*


