Teil eines Werkes 
[1.] (1873)
Entstehung
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Lieb' hätt' er Dich geheirathet, da irrſt Du weit Hundertmal hab ich Dir's ſchon geſagt: aus Erbarmen nahm er Dich zum Weib, weil Du junges Ding ihm damals leid thateſt, wie Du vom Tag an, daß er ge⸗ ſund wurde, hinzuſiechen anfingſt und immer ſtiller und ſtiller wurdeſt, Farbe und Luſt verlorſt und vom Fleiſche fielſt, daß Du ſchier wie eine Leiche anzuſehen warſt. Aber an Deinen großen Augen mußt' er's wohl abſehen, wornach das Schmachten ging und wie nur er Dich am Leben erhalten konnte, und dann kam nach zwei Jahren des Vaters Tod, da nahm er denn's Ge⸗ ſchäft und Dich, eins mit dem andern. Biſt thöricht, wenn Du meinſt, daß es mehr war als Erbarmen. Wenn's ihm am Ende nicht bloß darum zu thun war, hier angeſeſſen zu bleiben und damit ſich Duldung und Nachſicht zu erkaufen, daß er nun einmal eines ehr⸗ lichen Bürgers Waiſe verſorgte, da er ſie zum Weibe nahm. Wie er getraut werden konnte, weiß ich heute noch nicht, denn ich habe nicht einmal gehört, daß er einen Taufſchein gehabt hätte. Das iſt Alles ganz in der Stille beim Herrn Paſtor abgethan worden und wohl nur Dir zuliebe. Das wußte der wohl, und ſo iſt er hier untergeſchlupft. So iſt's und thu' Dir nicht zu viel auf die Liebe zugute, hörſt Du?

Was da die Mutter ſprach, mußte dem armen