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jungen Weibe wie ein Stachel in's Herz dringen, denn das Blut ſchoß ihr in's Geſicht und dann wurde es wieder ganz bleich zum Erſchrecken. Hanne aber war zu ſtolz, um zu verrathen, wie ihr vielleicht ſelbſt ſchon manchmal ein ſolcher Gedanke gekommen. Sie nahm ſich mit Gewalt zuſammen und entgegnete mit gepreß⸗ ter, aber ruhig tönender Stimme:
„Mitleiden iſt ja auch Liebe, und er iſt doch ſo gut. Selbſt wenn er ſtreng iſt, meint er's noch gut.“
Das ärgerte die Alte noch mehr.
„Selig ſind die Einfältigen!“ ſtieß ſie hervor.
„Aber wenn Ihr ſo beſtimmt voraus wußtet, Mutter, daß es mein Unglück ſei“, fragte nun Hanne herbe,„warum habt Ihr dann die Heirath zugegeben?“
„Hätt' es vielleicht etwas genützt, wenn ich da⸗ gegen geſprochen hätte?“ rechtfertigte ſich die Alte. „Ich? Du mein Gott, als ob jemand auf mich gehört hätte. Du, der Alte— Ruhe ſeiner Aſche— und der Herr Paſtor? War nicht Alles abgekartet? Mich fragte niemand, ich konnte damals auch nichts Anderes den⸗ ken, als mein Elend, und glaubte immer wieder, ich müßte das Geſicht zurück erhalten, das mir die Blat⸗ tern genommen hatten, und ſo wartete ich Tag um Tag auf das Licht, bis ich einſah, der liebe Herrgott habe es gut mit mir gemeint und es mir mit Fleiß


