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Sie verblieb in der diesmal beſonders andächtigen Stellung, obwohl ſie ſehr gut gehört, daß ſich die Thür wieder geöffnet hatte und ſie den Schritt ihrer Tochter erkannte. Die noch junge Frau trug ein über⸗ aus einfaches, aber ſehr reines, friſchgeſtärktes Waſch⸗ kleid aus violettem Baumwollenſtoff, das ſich den ſchön gerundeten Formen ihres Oberkörpers knapp anſchloß und unten kleine, wenn auch nicht beſonders zierliche Lederſchuhe ſehen ließ. Die Aermel waren zurückge⸗ ſchlagen und entblößten einen Arm von ſo vollendeter Reinheit der Form, daß man ihn einer edlen Sta⸗ tue entlehnt halten konnte. Auch die Hand war klein, wenngleich nicht von jener durchſichtigen Weiße, wie ſie Nichtsthun und ſorgſame Pflege der Haut verleiht. Dem volleren Körperbau nicht ganz entſprechend, ſaß auf einem ſchlanken, biegſamen Hals ein beinahe zu kleiner Kopf, der nur durch die Fülle des natürlichen braunen, in einem einzigen Zopfe herumgeſchlungenen Haares größer erſchien. So fehlte es auch dem hüb⸗ ſchen, pikanten Geſichte ein wenig an Rundung und Farbe. Der Teint ſpielte etwas in's Broncefarbene und der Eindruck wurde durch die dichten, dunklen, beinahe ineinander laufenden Brauen verſtärkt, unter denen der Blick der hellen blauen Augen gar wunderlich
feſt und doch ſeelengut und treuherzig winkte. 12*
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