178 aber geh und rufe mir Deine Mutter herein, ſie hat mich wohl vergeſſen.— Mach' von der Stelle, Fritz!“ herrſchte ſie ihm zu, als er noch ein paar Worte ſchrieb, um den Satz zu ſchließen.
Er folgte nun ſogleich, nahm Schreibebuch, Tin⸗ tenfaß und Feder mit ſich und verließ das Gemach durch die neben dem großen Kachelofen in die Küche führende Thüre. Die Alte aber ſetzte, nachdem ſie ſich überzeugt hatte, daß ſie allein war, ihre nur etwas weniger laut gehaltene Rede ſo fort, als ob ſie noch immer einen Zuhörer hätte.
„Wie der Bube trotzig iſt, aber das kommt vom Blute— iſt Herrenblut!“ murmelte ſie.„Weiß wohl, wenn auch mein Alter— Gott hab ihn ſelig!— ſchwieg wie ein Fiſch. An jeder Fingerſpitze merkt man's, ehe man's noch betaſtet, wie die Nähe des Feuers. Das thut hoch und gewaltig, ganz anders als wie andere Leute. Nun, wenn's nur das wäre, ich gönnt' es der Hanne gern— aber er hat kein reines Gewiſſen, was hat er ſonſt nöthig, Unſereins zu ſpielen und ſich zu verbergen?! Das habe ich geſagt und ſage ich, wenn er auch zehnmal mein Schwiegerſohn iſt, denn gerade darum thut's weh. Selig, die eines reinen Herzens ſind! Ich danke dir, mein Herr, daß du mir die De⸗ muth gegeben haſt als meinen Antheil.“
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