Teil eines Werkes 
4. Bd. (1875)
Entstehung
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Es war ein ſchmerzlicher Zug, der um Sittah's Lippen ſpielte.

Warum fragen Sie jetzt erſt?... ſagte ſie langſam.

So iſt es denn immer unſer Schickſal, daß ſich unſelige Mißverſtändniſſe zwiſchen uns drängen... erwiderte er mit verhaltener Leidenſchaft. Er gedachte deſſen, was ſchon die Stiftsdame gegen ihn geäußert.. Mußt' ich nicht befürchten, meine Abſichten mißdeutet zu ſehen, und mit Recht zurückgewieſen zu werden, wenn ich mir Ihre Lage zu Nutze machte und zu einer Zeit kam, wo das Schickſal ſo gewaltig in Ihr Leben gegriffen und Ihnen keine Erſchütterung erſpart blieb? Mußte ich nicht ſorgſam jeden Verdacht einer rohen Zudringlichkeit meiden, gerade ich gerade nach dem, was zwiſchen uns liegt?

Nein!... Ihre Hand lag noch in der ſeinen und ſie ließ ſie ihm, aber ihre Stimme klang herbe, wie vom durchbrechenden Schmerz...Nein! Ich I Ihnen ſagen, warum Sie fern blieben, warum Sie ſchwiegen. Weil Sie an mir zweifelten, weil ein Rückhalt in Ihrer Seele war, eine Frage, ſtark genug, jede Stimme, die für mich ſprechen mochte, niederzu halten, eine Frage, die auch jetzt noch der Antwort harrt, die Sie aus Mißtrauen zu verlangen ſcheuen

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