Teil eines Werkes 
4. Bd. (1875)
Entstehung
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er gar nicht geachtet; der verſprochene Genuß, der ihn in's Theater gelockt, war vollkommen verloren für ihn, denn ſeine Aufmerkſamkeit, ſchon im Anfange von der Bühne abgezogen, blieb unwiderſtehlich an jene kleine dunkle Parterreloge gefeſſelt. Es war die dritte rechts, ſeinem Sitzplatze faſt gerade gegenüber. Die weiße Dame ſaß darin.

Die weiße Dame, die erſchienen war, nicht um ihm ſeinen rechtmäßigen Beſitz zurückzuerſtatten, ſondern um ſein Herz zu nehmen ohne jeglichen Erſatz; die wirkliche weiße Dame, das Geſpenſt, das ſich nur zeigt, einen ſchweren Verluſt anzukündigen. Daran hätte er an jenem Abend denken und Warnung nehmen ſollen. Keine Erwägung aber fand neben der auf⸗ keimenden Empfindung Raum, und fühlte ſich die pochende Schläfe vielleicht auch wie vom kühlenden Flügelſchlag der Ahnung geſtreift, der tollende Jugend⸗ muth ſcheuchte alle bedächtige Ueberlegung hinweg.

Wie ſchön war ſie aber auch, einem Strahlen⸗ bilde gleich, aus dem dunkeln Hintergrunde der Loge aufgetaucht! Heute, oben auf den Ruinen, war es ihm abermals erſchienen, noch ſo rein gezeichnet, ſo ſinnberückend, nur daß es damals viel jugendfriſcher, viel roſiger geweſen, daß jede Locke dieſes glänzend ſchwarzen Haares ſich koketter und launenhafter ringelte.