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Zweites Kapitel.
Auf der Galerie noble eines Vorſtadttheaters der Reſidenz ſah ſich Inderau— und das halbe Decennium, das zwiſchen heute und damals lag, war wie wegge⸗ wiſcht.— Ein berühmter Tenoriſt gab Gaſtrollen, ihm zuliebe drängte ſich Alles in die Vorſtellungen, man überſah die mangelhafte Unterſtützung, welche dem als Sänger und Schauſpieler gleich vorzüglichen Gaſt von den einheimiſchen Kräften zu Theil wurde, die er un⸗ verhältnißmäßig überragte.
Man gab die weiße Dame an jenem Abend. Inderau hatte es nicht vergeſſen, wie ſollte er auch? Nur die erſten Takte der Ballade durften an ſein Ohr ſchlagen und wie durch einen magiſchen Ruf war jede Einzelheit jenes Abends vor ihm heraufbeſchworen. Nicht die launigen Vorgänge der Oper; auf die hatte


