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mit einem komiſchen Seufzer und verzweifelten Blick auf ſeinen faſt mehr als bequem nachläſſigen ſchwarzen Lüſterrock hinzu, ohne darauf zu hören, daß ſeine Frau ſchmerzhaft aufſtöhnte.
„Ach, Otto, wie trivial!“ ſeufzte ſie dann und das forderte auch wieder eine Antwort heraus.
„Ja, liebe Frau, alles Mögliche...“ wiederholte er mit einem ſpöttiſch nachgeahmten Seufzer...„ſelbſt die Trivialität, die uns Leuten vom Civile nicht un⸗ geahnt hingeht. Sieh' nur, welch' zuſtimmendes Er⸗ röthen Deiner kaltherzigen Kritik gegenüberſteht.“
„Pfui, Vetter, das iſt abſcheulich!...“ rief Amalie lebhaft aus. Sie war ſtill dageſeſſen, das in Glut getauchte Geſichtchen tief auf ihre Taſſe herab⸗ geneigt, jetzt ſprang ſie raſch auf; vergeblich ſuchte der abſcheuliche Vetter ſie zurückzuhalten und verlangte daß ſie erſt ihre Pflicht vollkommen thue, den Lehr⸗ und den Wehrſtand mit dem täglichen Butterbrode ver⸗ ſehe, ſie ließ ſich nicht mehr beſchwichtigen. Mit ge preßter Stimme erklärte ſie, in die Ruine hinaufſteigen und den Sonnenuntergang anſehen zu wollen, und eilte, an jeder Hand eines der kleinen Mädchen füh⸗ rend, davon.
Es war ein Blick des Wohlgefallens, mit dem das ernſte, klare Auge des Majors der graziöſen Ge⸗


