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Ein leiſes Beben durchfuhr die Geſtalt der Ein⸗ getretenen, dann ſchlug ſie langſam den Schleier von dem bleichen Angeſichte zurück. Schamhaft verlegen ſuchte ihr Blick den Boden, hiernach aber einem feſten Entſchluſſe Folge gebend, ſchlug ſie das Auge voll auf.
„Ruppert“, ſagte ſie einfach und milde,„Du willſt keinen Schritt thun— auch nicht einen, ſo blei⸗ ben mir denn alle.“
„Du kommſt zu mir? Zu mir?“ ſtammelte er mit keuchendem Athem.
„Ich habe Dich aufgeſucht, weil ich Deine Ver⸗ gebung haben wollte— Deine Liebe habe ich ja noch immer— ich weiß es aus Deinen vergilbten Blättern.“
Sie ſtreckte verſöhnend ihre Hand gegen ihn aus und eine ſchwere Thräne löſte ſich von ihrem Auge und rollte an der Wange herab, vorüber an dem un⸗ widerſtehlich ſüß lächelnden Munde.
„Valerie! O meine Valerie!“ ſchrie Ruppert wild jauchzend auf und ſchloß die noch hundertfach mehr als je Geliebte an ſeine ſtürmiſch wogende Bruſt.
Wo war der Stolz? Wo die ſichere Entſchieden⸗ heit, die unerſchütterliche Reſignation, die ſich der Kopf zur Pflicht gemacht? Das Herz— das volle, geſunde, liebeglühende Herz bleibt Sieger— ſo war es allezeit, ſo wird es immer bleiben. Was der Verſtand baut,
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