Wieder kräuſelt ſich die ſtolze Oberlippe, als ob ſie ſagen wollte:
„Was weißt Du von meinem Herzen— ob es leicht, ob es ſchwer iſt?...“ weiter aber erfolgt keine Antwort, und ſo nimmt er denn nach einer Weile von neuem das Wort:
„Dir iſt es alſo gleichgültig, wenn ſich unſere Wege trennen— Du findeſt es ſo ganz natürlich?“
„Haſt Du erwartet, daß ich bettle? Du warſt's, der das Wort geſprochen, nicht ich.“
„Nun ja, freilich, freilich! Warum nicht...“ und der Ton, mit dem er ihren Ausſpruch wiederholt, iſt unſäglich bitter und ein Hohn klingt aus ihm, wie das Auflachen des geſtürzten Engels; Zorn, Haß, Ver⸗ zweiflung lachen mit.
„... Es war Alles nur ein ſchwerer Traum; eine Zeit der Thorheit und Verblendung; es wird nun klar zwiſchen uns, und Du kamſt früher zur Erkennt⸗ niß, denn ich.“
Vergebens erwartete er einen Einwurf, eine Er⸗ widerung, Valerie blickt immer gleich ſtarr und regungs⸗ los in die Fluth. Ein Stöhnen der Leidenſchaft bricht die Feſſeln und ringt ſich aus der zum Zerſpringen vollen Bruſt, in die der Wille des Mannes all die
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