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im Leben geht, ſo ſoll er leben, und wenn er ſtirbt, dann wird bereut. Vorher iſt's überflüſſig. Du miß⸗ billigſt, was ich ſage? Du ſchüttelſt den Kopf?— da lies! Kennſt doch ſonſt ſchon Alles.“
Und ich las den Brief, den er mir zuſchob, ohne mich erſt zu fragen, ob ich damit auch kein Unrecht an Derjenigen begehe, an die er gerichtet war. Meine Neugierde, vielleicht darf ich doch auch ſagen meine Theilnahme war zu ſehr geſpannt. Es waren kräftige, aber ein wenig zu willkürliche Schriftzüge, und die Worte lauteten folgendermaßen!
„Emmy! mein Weib!
„Vergönne mir's dies eine Mal, daß ich Dich ſo nenne— mein Herz hat Dich immer ſo gerufen— vergönne mir's diesmal, es iſt zum letzten Male.
„Ich habe morgen ein Duell— ich werde fallen, denn ich will es. Mein Leben iſt werthlos, ſeit ich von Dir ging; ich habe verſucht, es zu tragen— ich bin es müde.“
Welch' fürchterlichen Ernſt dieſe Worte, die mir ſonſt wie Phraſe geklungen hätten, jetzt nach dem Vor⸗ gefallenen zeigten! Es war, als fühlte ich eine kalte Hand am Herzen und ich las weiter:
„Und nun laß es mich noch einmal ſagen: ich habe Dich unſäglich geliebt, Emmy, mehr als Alles


