Teil eines Werkes 
1. Bd. (1875)
Entstehung
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thut, als hätte er die Wunde für ſie empfangen, ſitzt am Krankenbett, gießt dem Bewußtloſen den Trank ein, hält ſeine Hand in der ihren, ſchläft und ißt nicht, horcht auf jeden ſtärkeren Athemzug und zittert für das Leben deſſelben Menſchen— dem ſie in's Waſſer entlaufen.— O, die Weiber! man möchte ver⸗ rückt werden, wenn man daran denkt!“

Der Groll, faſt möchte ich ſagen, Haun's Normal⸗ ſtimmung, ſchien die Feſſeln allmälig wieder abzuſtrei⸗ fen, doch zuckte mir ſein langer herunterhängender Schnauzbart noch allzu wehmüthig, und im Auge lag ihm feuchte Rührung, wie ich ſie noch nie dort ge⸗ ſehen. Er ſetzte ſich matt an den Tiſch, ich glaube wohl, daß er die ganze Nacht kein Auge zugethan hatte, und ich wollte gehen und ihn allein laſſen. Zuvor jedoch entfiel mir noch die Bemerkung, es ſei doch faſt ein übermenſchlich Liebeswerk, das ſich nur begreifen laſſe, wenn man annähme, die Frau, welche ſich demſelben unterzog, thue es in Reue und um ein Unrecht, das ſie einmal begangen, dadurch vom eignen Herzen abzuwälzen.

„Meinſt Du?“.. ‚fragte er faſt höhniſch, dann ſchüttelte er den Kopf, und es war ein häßliches Lä⸗ cheln, das um ſeinen Mund zuckte, während er ſcharf hinzuſetzte:„Haben will ſie ihn! und weil das nur

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