10
ſteslager, in denen ſich der biedere Landmann nach des Tages Mühen und Laſt wohlfühlt. Ich begann mich alſo ſchon der Nothwendigkeit zu fügen und der wohlwollend auf eine unpräliminirte Mehreinnahme ſin⸗ nenden Wirthin meine„unbegreiflichen“ Dispoſitionen zu hartnäckigem Gemüth zu führen, als ein plötzliches Wagenraſſeln und der dreifache Ausruf„die Roden⸗ hoferin!“ unſern Pourparlers vorläufig ein Ende machte.
Das ſchwache Geſchlecht hatte ſich von der durch das Wagengeraſſel erweckten Gedankenreihe noch nicht erholt, als auch ſchon der Knecht hereinſtürzte und mir in wenig gewählten Worten andeutete, ich möchte hin⸗ auskommen. Ein leiſer Hoffnungsſtrahl dämmerte in mir auf, ohne ſchmerzlichen Rückblick ſchied ich aus den wirthlichen Räumen. Draußen auf der Straße hielt ein ſogenannter Steirerwagen, deſſen Korbgeflecht, un⸗ mittelbar auf den Achſen ruhend, zwei in Lederriemen hängende Sitze trug, hinter denen noch allerlei Säcke und Päcke halb unter einem Theertuche lagen. Vorn ſaß ein Knecht, der die Pferde führte, auf dem zweiten Schaukelſitze eine Beſtalt, die ich im erſten Momente, irregeführt durch die Dämmerung, für einen Kapuziner hielt.
„Sie können mitfahren bis Bernegg“... empfing


