Teil eines Werkes 
1. Bd. (1875)
Entstehung
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und doch bedurfte ich derſelben für eine ganze Nacht ſogar.

So ein Stündel, meinte der Wirth und kratzte ſich hinter dem Ohr, von dem er das grüne Käppchen wegſchob.

Eine Stunde war's bis Bernegg, aber ich kenne ſchon dieſe Stunden in den Bergen; bis mein Bote nach Bernegg kam, war's tiefe Nacht und nun ſollte ich wohl noch eine weitere ſolche Stunde warten, bis der Freund kam, ſollte ihn überhaupt aufſtören, die wahrſcheinlich wenig erquickliche Fahrt auf gründlich durchweichtem Waldweg von ihm fordern und dann bei dem allerdings milden und ruhigen, eine Wagen⸗ laterne aber bei weitem nicht erſetzenden Scheine der Milchſtraße, dieſelbe Fahrt gleichfalls genießen nein, für ſolche Ungeduld hätten am Ziel meiner ganz andere Arme warten müſſen, ganz andere Lippen als die mei⸗ nes alten Haun, welcher an ſeiner ganzen Figur nichts weich Umfangendes und einen rieſig borſtigen Schnurr⸗ bart unter der Naſe hatte, der knaſtergeräuchert, wie ich ihn kannte, mir niemals ſonderlich kußverlockend erſchienen war.

Alſo in der Schenke übernachten! Dieſe Idee war ſelbſt für den Wirth, ſein Weib und den Knecht, der vor Sonnenaufgang meine Botſchaft nach Bernegg hin⸗