5 zauberiſch Abendroth flammte dann über den höchſten ſchneeigen Gipfeln auf, daß die ſchmale Mondſichel im Oſten kaum zu bemerken war, aber der ſchöne An⸗ blick vermochte mich nur wenig über die weit unpoeti⸗ ſchere Ausſicht, die ſich mir für mein nächtliches Ver⸗ bleiben eröffnete, zu tröſten.
Bis zu der Waldſchenke ſollte ich von der Station aus fahren, hieß es in dem Briefe des Freundes, der ſich ſeiner Gewohnheit nach auch gleich peremptoriſch zu meinem Reiſemarſchall oder beſſer geſagt, zu meiner Marſchbehörde aufgeworfen. Von hier ſei der Weg ſchlecht, für Kutſchen mit Federn unbefahrbar, ich ſolle alſo da raſten und indeß einen Boten nach Bernegg ſenden, wenn ich einen kleinen Spaziergang nicht etwa dem Erwarten des Wagens vorzöge. Alles ſehr ſchön! Meine Kutſche mit Federn, denn eine ſolche war es dem äußern Anſchein nach, ertrug in der That keine Zumuthung, noch weniger konnte ich geſonnen ſein, ſie dem armen Gaule zu machen, deſſen Weichen wie die Flügel eines geſpießten Schmetterlings flatterten. So blieb noch der Spaziergang und das Warten. Zu erſterem hatte ich nach der Wegprobe, die ich ge⸗ ſehen, und die noch die weitaus beſſere ſein ſollte, weder die Luſt noch das entſprechend todesverach⸗ tende Stiefelpaar, zu letzterem kaum die Geduld,


