Teil eines Werkes 
5. Bd. (1871)
Entstehung
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den Freund aufs Gewiſſen nehmen. Thor, der ich war! Ehe es zur Ausführung der Drohung kam, be⸗ dachte ſich Mademoiſelle und ging mit Lord Aysmonds nach Nizza. Ich bin ihr dort begegnet. Sie ſchien weder unglücklich noch traurig, ſie iſt kein Weib wie Baronin Sarſcha. Sie trug in den Ballſälen von Monaco ihre Brillanten mit ſehr viel Oſtentation und ihre Lippe wölbte ſich, ſo oft ſie mir begegnete, als wolle ſie ſagen:Deutſcher Tölpel, man braucht Euch nicht, um zu leben. Jetzt ſoll der Baronet mit ſei⸗ ner Taube in Paris ſein, wohin ihnen die alte Schlange vom Nil voranging. Monſieur Germain behauptet, Lord Aysmonds werde zuletzt noch die Thorheit begehen und ſeine Maitreſſe heirathen, um ſie los zu werden, aber Monſieur Germain iſt ſchlecht zu ſprechen auf den Lord, weil er nicht bei ihm, ſondern im Cygne gewohnt. Der gleichen vergibt er nie.

Gerhard hatte ganz ſtill zugehört, ſein Antlitz war ſtarr und verrieth nicht, was in ſeinem Innern vor⸗ ging. Wer vermöchte es, dieſem Wogen der Gefühle zu folgen! Eine Röthe, die immer dunkler wurde, be⸗ deckte ſeine erſt noch ſo bleichen Wangen, ſeine Schläfe, ſeine Stirn. Er trat an ſeinen Schreibtiſch, ſchloß eins der obern Fächer auf, nahm ein Blatt Papier heraus, das in einem Couvert ſteckte, und ohne es weiter zu be⸗