Teil eines Werkes 
5. Bd. (1871)
Entstehung
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Du biſt eben noch nicht ganz heil, ſagte er dann.Die Wunde muß tief, ſehr tief gegangen ſein und dem Herzen iſt noch eine Ueberempfindſamkeit zurückgeblieben, die aber fort muß. Das Bewußtſein einer guten That iſt noch nicht ausreichend zum Glück. Der Menſch iſt ſein Glück niemals dem eines andern ſchuldig. Sich an einen Galeerenſklaven ſchmieden zu laſſen, um ihm Geſellſchaft zu leiſten, ihn zu tröſten und zu beſſern, iſt ſelbſt den größten Humanitäts⸗ ſchwärmern noch nicht eingefallen. Zudem genügt es nicht blos, eine gute That zu wollen; um wirklich dazu zu werden, muß ſie auch vom Erfolg begleitet ſein. Die Deine wäre es nicht geweſen, die angefaulte Frucht iſt nicht mehr zu retten. Das ſind philanthropiſche Täuſchungen!

Mit welchem Recht behaupteſt Du das? Du weißt, was aus ihr geworden iſt rede!

Getödtet hat ſie ſich nicht, erwiderte Streicher trocken.

Wie, rief Gerhard entſetzt,ſie hatte das je⸗ mals vor?

Nur angedroht. Es iſt lächerlich, ich ließ mich beinahe ſelbſt ins Bockshorn jagen und ich kenne die Menſchen doch. Ich glaubte ein Wagniß zu begehen,

daß ich Dir dies verſchwieg, aber ich wollte es für 16*

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