„Was meinſt Du?“ fragte Gerhard, als Streicher plötzlich, wie ſich beſinnend, inne hielt. Offenbar hatte der Erzähler etwas Anderes im Auge gehabt, wozu der Uebergang führen ſollte, als ihm ein aufſteigendes Be⸗ denken das Wort abſchnitt.
„Na, nichts; ich meinte nur ſo“, rief er aus.„Aber Du biſt noch der alte Egoiſt, ich merke ès wohl. Da ſoll ich Dir erzählen und erzählen und Du redeſt kein Wort.“
„Was kann ich Dir mittheilen, was Du nicht ſchon wüßteſt?“ verſetzte Gerhard, der nicht zweifelte, daß ihm der Freund etwas verſchwieg, und davon nicht angenehm berührt war.
„Lächerlich! Was weiß ich denn eigentlich? Deine Art des Briefſchreibens, die nur in Empfindungswor⸗ ten, in Ausrufungszeichen und Gedankenſtrichen beſteht, verdient nicht einmal die Bezeichnung ſchriftliche Mit⸗ theilung, denn man erfährt daraus nichts, außer was man zwiſchen den Zeilen lieſt. Was weiß ich denn, denke ein bischen nach, als daß Du nicht nach Genua kamſt, ſondern den Winter in Heidelberg zubrachteſt, was mir ſehr verdächtig, und daß Du Dein Buch ſchriebſt, was mir unglaublich erſchien, bis ich es ſelbſt in Händen hatte. Daß Du nicht nochmals Collegien hören wollteſt, auch zum Salamanderreiben keine ſon⸗
7
—
4Ane


