Teil eines Werkes 
5. Bd. (1871)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

232

geweſen. Zur vollen Ueberzeugung ſei er aber erſt ge⸗ kommen, als ſich die Baronin, in München angelangt, weigerte, ihm weiter zu folgen. Sie ſelbſt hat ihn bewogen, die nächſte Rate an ihren Gatten, der in⸗ zwiſchen die Scheidungsklage eingereicht hatte, nicht mehr auszuzahlen. Sie ließ ſich durch nichts bewegen, ihr Verhältniß mit dem Banquier fortzuſetzen, nahm nur ein kleines Kapital, das ſie ihrem Kinde zuſchrei⸗ ben ließ, und lebt in Armuth und von Unterrichtsſtun⸗ 1 den, die ſie in franzöſiſcher Sprache und Muſitk ertheilt, noch immer in Iſar-Athen. Ein ſonderbares Weib! murmelte Gerhard. Herr Markus Glückſtadt aber reibt ſich die Hände und ſagt:Es war kein brillantes Geſchäft, aber ein Cavalier muß auch wiſſen ein Opfer zu bringen für ſeine noblen Paſſionen. Es freut ihn nur, daß der Baron ſchließlich geprellt worden iſt. Im Grunde hat's der ehrloſe Patron nicht anders verdient. Der

1 Banquier ſagte mir, daß er jetzt Handlungsreiſender für ein pfälzer Haus in Cigarren geworden, im Som⸗

mer trieb er ſich in den Spielbädern am Rhein her⸗ um. Er trinkt ſich zu Tode, es iſt eine verkommene Exiſtenz. So macht Jeder ſeinen Weg, auch wer ſchein⸗ bar in die Höhe ſteigt, rollt eigentlich dabei oft ab⸗ wärts.