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derliche Neigung empfinden mochteſt, war mir klar. Auch hat es mich nicht Wunder genommen, als ich vor einem halben Jahre die Anzeige von Deiner vollzoge⸗ nen Heirath erhielt.“
„Es war nicht recht, daß ich Dir die Sache erſt
nachträglich mittheilte.“ 8„Nicht recht! Gerade recht, ſo und nicht anders. Was ſollteſt Du denn die Sache auspoſaunen und am Ende— na, kurz und gut, was braucht alle Welt zu wiſſen!“
„Aber Dir, dem Freunde—“
„Lächerlich! Was ſoll der Freund? Seine Rand⸗ gloſſen kommen noch immer früh genug, und was ſoll man ſich ungelegene Dreinmiſcher auf den Hals laden. Jeder ißt ſeine Suppe ſelber aus, drum kocht er ſie auch am beſten ſelber ein.“
„Du warſt aber nicht nimmer ſo abgeneigt, mir culinariſch an die Hand zu gehen“, meinte Gerhard mit ernſtem Lächeln.
„Ah, und das machſt Du mir zum Vorwurf!“ rief Streicher und rieb Zündhölzchen um Zündhölzchen in ſeiner Haſt den Kopf ab, ohne eins derſelben oder ſeine Cigarre in Brand zu bringen.„Da ſieht man den ſchändlichen Egoiſten, der ſich auf den Iſolir⸗ ſchemel ſetzen und nicht einmal dem Freunde erlauben


