230
„Sage meiner Frau nichts“, fiel Gerhard beſorgt ein.„Sie würde ſich die Schuld geben, weil er da⸗ mals auf ihre Bitte nach dem Friedhofe von Clarens lief, und ſich über ein Ereigniß grämen, das früher oder ſpäter doch kommen mußte. Der Brave verdient eigentlich, daß man ihm aufs Grab ſetze: Gefallen bei Langenſalza. Sein Tod war der eines Helden, nur daß er ihn langſam und peinlich ſtarb.“
„Noch über andere Leute, die wir da kennen lern⸗ ten, kann ich Dir Auskunft geben. Rathe einmal, wen ich im Auguſt in Iſchl traf. Du weißt, ich machte eine Tour durchs Salzkammergut.“
Eine geſpannte Aufmerkſamkeit malte ſich in Gerhard's Zügen, ſie verſchwand aber, als Streicher fortfuhr:
„Herrn Markus Glückſtadt mit ſeinem Naſen⸗ klemmer, ſeiner imponirenden Zuverſicht und ſeinen zweideutigen Witzen— ganz der Alte. Er erzählte mir eine merkwürdige Geſchichte, ich habe ſie Dir nicht ge⸗ ſchrieben, weil ſie zu lang iſt und am Ende ein Brief verloren gehen kann. Du erinnerſt Dich des Barons Leſtow und ſeiner ſchönen Frau, bei der Du einmal einſtiegſt, gewiſſermaßen, um Kuruſoff den Weg zu zei⸗ gen. Na, es iſt gut, Du brauchſt nichts zu betheuern. Ich weiß ſchon, wie Alles zuſammenhing. Aber was


