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„Adrienne“, fiel er ihr ins Wort,„Du wirſt Deine Anklage bereuen, wenn Du erſt weißt, welch wichtiges Ereigniß mich von hier rief.“
Es war wieder daſſelbe ſchmerzlich bittere Lächeln von zuvor, das ihren Mund umſpielte, als ſie verſetzte:
„Ja ja, Du mußteſt das hübſche Mädchen beglei⸗ ten, das damals abends an Deiner Seite am Hafen ſaß. Dein Herz iſt getheilt. Du mußt Dich für eine von beiden entſcheiden.“
Sollte das ein Vorwurf der Eiferſucht ſein? Wa⸗ rum fielen ihm gerade jetzt die Worte ein, die er zuvor bei ſeinem Eintritte vernommen und in denen Madame de Granier ihre Schweſter ebenfalls aufgefordert hatte, eine Entſcheidung zu treffen? Im Grunde, was war Befremdendes daran? Nur ſonderbar erſchien es, daß Adrienne ſo gut wußte, mit wem er abgereiſt war. Hatte alſo Frau von Rüderich wieder geklatſcht und Herr von Kuruſoff, ungewarnt durch die frühern Lec⸗ tionen, die Nachricht ſofort mit ergänzenden Zuſätzen und Randgloſſen weiter getragen?
„Ich werde dieſen Menſchen ernſtlich züchtigen!“ entfuhr ihm der drohende Schluß.
„Wen meinſt Du?“
„Kuruſoff, dieſes zweideutige, freche Geſchöpf.“ Adrienne ſah überraſcht auf.


