Teil eines Werkes 
5. Bd. (1871)
Entstehung
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Eine Laſt ſchien ſich von ihrer Bruſt zu wälzen.

Sie kommen des Briefes wegen entgegnete ſie aufathmend. Doch that ſie ſich abſichtlich Zwang an.

Weshalb ſonſt? Du haſt mich zu ſprechen ver⸗ langt.

Gerhard war bei dieſen Worten auf ſie zugetreten und ſtreckte ihr die Hand entgegen, die jedoch Adrienne abſichtlich nicht zu bemerken ſchien. Langſam trat ſie einen Schritt um den andern zurück, bis ſie einen Stuhl erreicht hatte, auf deſſen Lehne ſie ſich ſtützte. Eine Veränderung war in ihren Zügen vor ſich gegangen, ihre Lippen kräuſelten ſich in Herbheit und Wehmuth.

Sie haben ſich lange bedacht, ehe Sie dieſem Verlangen entſprachen, ſagte ſie.

Du weißt ja, daß ich verreiſt war, erwiderte er ein wenig ungeduldig, denn es ſchien ihm ſonder⸗ bar, daß nun er ſich zu verantworten haben ſollte.

Ich habe es erſt dieſen Morgen erfahren.

Wie, erſt heute iſt Dir meine Karte zugekommen?

Ich habe niemals eine Karte erhalten.

Niemals? O, nun begreife ich! rief Gerhard heftig aus.Und der Nachläſſigkeit des Portiers oder eines andern dieſer Schlingel wegen mußteſt Du Stun⸗ den auf Stunden vergebens warten und glauben, ich beſtände auf den raſenden Worten meines in höchſter