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Eine tiefe Bläſſe hatte Adriennens Antlitz bedeckt, als Gerhard eintrat, jetzt ſchien es in dunkle Glut getaucht; aber wo blieb der Reſt der vorgeträum⸗ ten Scene, der herzerſchütternde Aufſchrei, das ſtür⸗ miſche Umfangen, das unterdrückte Schluchzen und der beſeligende Kuß? Von alledem kam nichts ſo, wie es Gerhard vorgeſchwebt hatte. Die beiden Men⸗ ſchen ſtanden ſich ſtumm und verlegen gegenüber, wie ein froſtiger feuchter Nebel ſchien die Entfremdung zwiſchen ihnen herabzuſinken. Wie Blei zog es an Gerhard's Armen, daß er ſie nicht zu heben, der Braut nicht entgegenzuſtrecken vermochte. Sie war verwirrt, beſtürzt, ihr Blick, wich dem ſeinen aus.
„Adrienne“, ſagte Gerhard endlich, und in ſeiner Stimme lag Weichheit und Güte,„ich komme, wie Du es von mir verlangt haſt, ich komme, weil es mich ſelber dazu drängt— haſt Du keinen Gruß für mich?“
Adrienne blickte ſcheu und unſicher auf, als traue ſie dem Ohre nicht und wolle ſich erſt verſichern, wie ſeine Worte gemeint ſeien.
„Was wollen, was verlangen Sie noch?“ fragte ſie zaudernd.
„Wie? Das iſt Alles, was Du mir zu ſagen haſt?“ rief Gerhard ſtarr vor Staunen aus.„Geſtern noch beſchworſt Du mich, zu kommen, und nun?“
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