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Adrienne mußte ihn ja nach der Zuſage auf ſeiner Karte lange erwarten. Vielleicht machte ſie ihm ſchon die Zögerung bis zu dieſer Stunde zum Vorwurfe; ſie konnte ja nicht um die Urſachen derſelben wiſſen. Wenn er die Ausdrücke ſeines Briefes mit der lakoniſchen Kürze der auf die Viſitenkarte hingeworfenen Worte zuſammenhielt, erſchien ihm die Ungewißheit, in welcher Adrienne nun ſchon ſeit beinahe vierundzwanzig Stun⸗ den ſchweben mußte, eine zwar unbeabſichtigte, aber darum nicht weniger grauſame Prüfung. Doch nun ging ſie ja zu Ende und ſeine geſchäftige Phantaſie malte ihm vorgreifend die erſchütternde und doch un⸗ endlich ſüße Scene des Wiederſehens aus. Er hörte, wie ſich ein Schrei des Schmerzes und Glückes zugleich Adriennens Bruſt entrang, er ſah, wie er die Geliebte in ſeine Arme ſchloß, er fühlte das Pochen ihres reuig ſeligen Herzens an dem ſeinen und die Ungeduld be⸗ flügelte ſeine Schritte immer mehr.
Da, als er der Gartenthür ſchon ganz nahe war, ſah er Kuruſoff aus derſelben treten. Der Ruſſe ſtutzte, er war ſichtbar betroffen über die unerwartete Begeg⸗ nung; einen Augenblick war es, als zaudere ſein Fuß, als irre ſein Blick unſtät umher, einen Ausweg zu ſuchen, dann aber hatte er wohl ſeinen Entſchluß ge⸗ faßt, denn er ging mit Zuverſicht, ja ſogar mit einem


