—y——ℳ— 8
—
6
Blume erſchien ſie ihm, rein und hold noch bis zur Stunde, aber ein häßliches Inſekt ſah er zu ihrem Kelche emporkriechen. Sein Hauch allein erfaßte es und trug es wie ein Wirbelwind von dannen. Sein Schutz erhob und rettete das Unſchuldskleid der Lilie, an ſeiner Bruſt ſollte ſie voll ſich entfalten zu herrli⸗ cher, wunderbarer Blüte.
Alle Bedenken, die Mr. Lesley's Fragen, die eigene Beobachtung und Reflexion, ſowie Monſieur de Granier's Worte in ihm erweckt, waren vergeſſen oder überwun⸗ den. Er gefiel ſich darin, mit Samariterideen zu ſpie⸗ len. Seine Liebe erſchien ihm erſt jetzt groß und ge— heiligt. Erſt jetzt verdiente ſein Empfinden den ſchönen Namen. Früher war es das unklare Gefühl inſtincti⸗ ver Anziehung geweſen, über deſſen Urſachen er ſich keine Rechenſchaft, über deſſen Dauer er ſich eben da⸗ rum keine Gewähr geben konnte. Was ihn jetzt durch⸗ glühte, war die reife Frucht des vollen Bewußtſeins, es trug die Krone der Unvergänglichkeit. Die Zukunft einer Menſchenſeele lag in ſeiner Hand, von ihm ſollte ſie Form und Inhalt empfangen, an der ſeinen ſich läutern und erheben, und ſeine Liebe war die läu⸗ ternde Glut.
Raſch, wie es zu den beſchleunigten Schlägen ſei⸗ Herzens ſtimmte, eilte er den Fußpfad hinan.
—,


