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Und wie ſehr hatte ſich Adrienne fortgeſehnt, wie innig ihn gebeten, ſie wegzunehmen aus dieſem Hauſe, das ihr wie eine verzehrende Hölle erſchien. War denn ein Irrthum undenkbar? Es ließ ſich ohne gewalt⸗ thätige Verdrehung pſychologiſcher Hergänge ganz na⸗ türlich annehmen, daß ein Mädchen erſt mit dem rei⸗ fenden Verſtand die ganze Größe der Gefahr erkenne, mit der es bis dahin geſpielt, daß es in Abſcheu vor dem Abgrunde zurücktaumle, an deſſen Rand das Kind erſt noch verlockende Blumen gepflückt, um mit dem nächſten Moment im plötzlich aufblitzenden Innewer⸗ den der vollen jungfräulichen Würde und Unantaſtbarkeit verzweifelnd nach der rettenden Hand zu langen, die, zuvor gedankenlos zurückgeſtoßen, nicht wieder geboten wird. Wie oft mochte Adrienne die Antwort bereut haben, die ſie den Anträgen ihres Schwagers zu Theil hatte werden laſſen, Anträge, die im verbiſſe⸗ nen Unmuth nicht mehr wiederholt wurden, als ſie vielleicht mit Freuden und Dankesthränen angenommen worden wären.
Aber Gerhard wollte ſolch rechtfertigende Erklä⸗ rung nicht einmal zur Geltung kommen laſſen. Es gewährte ihm weit mehr Genugthuung, zu denken, daß Adrienne nur die Liebe zu ihm von dem allmäligen, aber ſichern Sinken zurückgehalten habe. Wie eite


