Teil eines Werkes 
5. Bd. (1871)
Entstehung
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und der einſamen Morgenfahrt hatte er zu Erwägun⸗ gen und Entſchlüſſen hinlänglich Zeit gehabt. Die ſpannende und befriedigende Löſung des Miterlebten war nicht ohne Einwirkung auf ſein Gemüth geblieben, was ſchon tags zuvor in ſeiner Bruſt keimte, das war nun zur reichen, herrlichen Saat ausgereift.

Verzeihen und erretten, ſo klang es in ſeiner Seele

wieder. Den Geſtrauchelten zu ſtützen, den Fehlenden

mit ſich und der Welt auszuſöhnen, das waren die großen göttlichen Aufgaben der Liebe von jeher, die Re⸗ ligion zweier Jahrtauſende war darauf gegründet; aus dem Menſchenſohne, der das Verſöhnungswerk ſeiner Lehre mit dem eigenen Tode beſiegelt, hatte die mythen⸗ bildende Begeiſterung und Bewunderung der Menſchheit ein Verjüngungsbild der Gottheit geſchaffen, und das Symbol des heiligen Geiſtes mußte die Gleichſtellung und Verſchmelzung der ewigen Liebe mit der Schöpfungs⸗ idee und dem ewigen Rechte des Seins vollenden. Wie, er hätte zaudern ſollen, wo es nicht einmal die Hingebung des eigenen Lebens, nicht die Aufopfe⸗

rung auch nur eines einzigen Wunſches galt, wo er

mit einer That der Barmherzigkeit ſich ſelbſt zugleich

das höchſte Glück ſchenkte, das doppelte Glück, in einem

andern Herzen das eigene wiedergeſpiegelt zu ſehen? Mußte es ihm Adrienne einſt nicht unendlich dan⸗

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