Teil eines Werkes 
5. Bd. (1871)
Entstehung
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darf, das Allerliebſte, und da kein Grund mehr nun ja, ich glaubte der Meinung ſein zu dürfen

Ein ſtrenger, zurechtweiſender Blick ſeiner Frau hatte ihn unterbrochen, aber auch ſie nahm Gerhard's Mittheilungen mit leidlicher Mäßigung auf. Die Angſt und Ungewißheit vom vorigen Tage, die Schreckniſſe der letzten Nacht waren nicht ohne mildernden Eindruck auf ihr Gemüth geblieben. Sie empfand zudem eine große Genugthuung darin, daß ihren Vorausſagungen doch eine geheimnißvolle Thatſache zu Grunde gele⸗ gen, und ſie beſchränkte ſich auf einige Ausrufe des Entſetzens.

Ein Verhältniß mit unciviliſirten, unbekleideten Orientalinnen! Ein Verhältniß mit Folgen! Ein Zigeu⸗ nerknabe, ein Seiltänzerkind in unſerer Familie! Was werden die Leute ſagen? Shocking! hieß es. Damit war aber die Sache vorläufig zu Ende. Den Reſt verarbeitete ſie in ſtummer Emſigkeit mit ihren nie raſtenden Stricknadeln. Sie war entſchloſſen, erſt den Fußfall ihres Schwiegerſohns abzuwarten, um ihm dann die Bedingungen vorzuſchreiben, unter welchen ſie Gnade walten zu laſſen geneigt war.

Gerhard durfte nun endlich an ſich ſelber denken, an ſein Herz.

In den langen Stunden einer ſchlafloſen Nacht