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207 bindung, die Dich doch nicht glücklich machen kann, ohne Dein Zuthun und von der andern Seite gelöſt und Du biſt wieder frei.“
„Das mag ich aber nicht ſein!“ verſetzte Gerhard lebhaft und energiſch.„Was willſt Du mir beweiſen? Glaubſt Du, ich ſei wirklich, einen Moment nur, ſo thöricht geweſen, ſeit meine Jugenderfahrungen hinter mir liegen, zu glauben, es ſollte ſich ein Weib für mich ganz unabhängig von meinen Verhältniſſen intereſſiren, das heißt, für mich in der Abſtraction? Was ſind das für überſpannte Grillen? Der Menſch iſt ſo viel werth, als er bietet; ſein Stand, ſein Vermögen, ſeine Stel⸗ lung, ſein Geiſt, ſein Wiſſen, ſein Benehmen, ſeine Erſcheinung, das Alles gehört zuſammen, um ſeinen Werth zu beſtimmen.“
„Das iſt nicht der reale Werth.“
„Natürlich“, ſpöttelte Gerhard,„der ſteckt im ab⸗ ſtracten Ich. Auf die Probe ſoll ich die Liebe ſtellen, ob ſie mir bleibt, wenn ich als Bettler erſcheine, dann muß auch noch das Aeußerliche abgeſtreift werden, die wahre Liebe muß auch dem Ausſätzigen noch bleiben, und zuletzt, um das abſtracteſte Ich herzuſtellen, gibt man ſich auch noch als Dummkopf, als Ausbund aller Laſter, als den Inbegriff aller Gemeinheit, und die
Liebe, die dann noch aushält, das muß wohl


