eigenen Papiere in Brand geſteckt, die ganz werthlos ſind, warum gerade einen Tiſch, der tückiſcherweiſe die Stelle einer feuerfeſten Kaſſe vertritt?“
So klagte Streicher eine ganze Weile, ohne daß es Gerhard gelang, ihn zu beſchwichtigen. Je mehr ſich dieſer Mühe gab, deſto eifriger redete ſich der ſelt— ſame, widerſpruchsvolle Menſch in einen ſtörriſchen Un⸗ muth gegen ſein Schickſal und ſich ſelbſt hinein. Das Gerechtigkeitsgefühl war in ihm ſo ſtark, daß er nicht einmal eine Entſchuldigung für ſich annahm, wiewohl er auch keine Anſchuldigung unerwidert ließ. Er hatte eben für Alles und zu jeder Zeit Gründe und Gegen⸗ gründe, die ſich beinahe immer aufwogen. Selbſt Sympathie und Antipathie hinderten ſeinen Rechtsſinn nicht, gleichſam wie ein Zünglein in der Wage zu ſchwanken, bis endlich Ruhe und Entſcheidung eintrat. Am Schluſſe ſeiner Vergleiche und Klagen ſchien er endlich etwas gefunden zu haben, was ihn tröſtete.
„In Einem bin ich allerdings beſſer dran als Oedipus“, meinte er,„ich habe weder meine Mutter Jokaſte noch überhaupt ein Weib geheirathet.“
„Nun alſo“, ſtimmte Gerhard, der froh war, daß man endlich über das nicht mehr zu Aendernde hin⸗ auskam, bei,„da haſt Du ja den allertriftigſten Grund, Dich ſchließlich noch zu beglückwünſchen.“


