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„Närrchen Du“, verſetzte Gerhard lächelnd.„Wir leben ſo ſicher, als man hier lebt, und was die Sprache betrifft, die ſollſt Du mir nicht verlernen, wir wollen koſen und miteinander lernen, wir werden ſicherlich ein paar Leute finden, mit denen ſich ein angenehmer Umgang pflegen läßt, wir werden zu Zeiten mit ihnen zuſammenkommen und Theaterſtücke leſen oder der⸗ gleichen.“
„Warum denn leſen?“ fiel Adrienne ein.„Ich ſehe mir ſie viel lieber an, das iſt weit amüſanter. In Vevay iſt das Theater ſehr hübſch.“
„Aber in Blankenburg wird nicht allzu häufig eine wandernde Schauſpielertruppe einkehren, und die iſt nicht immer im Stande, einen reinen Genuß zu bieten. Wir werden uns ohne Theater behelfen. Wir werden die ſchönſten Stücke leſen, wir werden die beſten Opern im Klavierauszuge ſpielen. Muſik und gute Bücher werden unſere Zeit kürzen, als ob ſie Flügel hätte.“
„Ach Muſik!“ rief Adrienne, ihrer Enttäuſchung unverhohlen Ausdruck gebend.„Ich liebe Muſik nur, wenn ich die Oper auch ſehe und die ſchönen, reichen Toiletten bewundern kann oder wenn ich danach tanzen darf. Auf einem Balle, ja, wenn ein rau⸗ ſchendes Orcheſter hübſche Walzer und Quadrillen ſpielt, dann freue ich mich zuzuhören. Es iſt ſo hübſch,


