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„Wie“, nahm Adrienne, erſtaunt aufblickend, das Wort,„Du denkſt doch nicht daran, in einem kleinen Landſtädtchen Deinen dauernden Aufenthalt zu nehmen, wo man alle dieſe kleinbürgerlichen Rückſichten beobach⸗ ten, ſich gewiſſermaßen in einen Käfig einſchließen ſoll, während man Schwingen an den Schultern hat, die man entfalten könnte?“
„Sorge Dich darum nicht, Herz. Die kleinſtädtiſchen Scheeren ſollen Dir Deine Flügel nicht beſchneiden, meine ſüße Taube! Wir werden ganz abſeits leben von der Stadt, nichts zwingt uns mit den Leu⸗ ten dort, die uns nicht conveniren, in nähere Verbin⸗ dung zu treten. Unſer Haus liegt eine hübſche Strecke außerhalb des Städtchens, es hat ſeinen eigenen Gar⸗ ten, den Wald dahinter, den grünen weiten Wald. Niemand wird unſere Einſamkeit ſtören.“
„Ach Gerhard, ich fürchte mich; ſo einſam und abgeſchieden, da müßte ich immer in tauſend⸗Aengſten ſchweben. Ich bin an ſolche Abſonderung nicht ge⸗ wöhnt, immer, ſolange ich denke, habe ich unter viel Menſchen gelebt, ich hatte zahlreiche Geſpielinnen im Penſionat. Man muß ja das Sprechen ſogar verler⸗ nen, wenn man nie mit Andern zuſammenkommt, und dieſe deutſchen Wälder— da muß es Räuber geben, ich
fürchte mich.“


