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ſonders zu erzürnen.„Du mußt ſehr ungeſchickt ſein, meine Liebe, wenn Du es in all der Zeit nicht dahin brachteſt— oder er iſt ſchrecklich blöde. Was habt Ihr denn geſprochen? Etwa über Religion?“
Der Spott erhöhte Adriennens Ungeduld und trieb ihr das Blut in die Wangen.
„Es gefällt nicht Jedem Dein Lieblingsthema“, er⸗ widerte ſie, nicht mit ihrer gewöhnlichen Sanftmuth. „Ich weiß nicht, wozu Du Dich einmengſt!“
„Ei, ſieh da, willſt du mir Moral predigen? Und was es mich angeht? Ich meine doch, daß ich ſo ziem⸗ lich dabei intereſſirt ſei. Biſt Du etwa nicht in mei— nem Hauſe?“
„Vielleicht nicht lange mehr.“
Madame de Granier wollte in der Hitze proteſtiren, aber Adrienne hatte den Salon ſchon verlaſſen, und ſo verſchluckte jene das Wort, das ihr auf der Lippe ſaß, und nickte darauf befriedigt, als wolle ſie ſich ſagen, es ſei beſſer ſo, man müſſe nicht alle ſeine Gedanken ausſprechen. Ein unſchönes ironiſches Lächeln verzog dabei ihren Mund, der durch den ſtarken Schatten auf der Oberlippe und beſonders über den Winkeln ohne⸗ dies etwas Männliches hatte.
Von dieſem Ausdruck überlegener Schlauheit hatte
aber ihre Miene nichts bewahrt, als ſie ins Speiſe⸗ Byr, Nomaden. III. 2


