Teil eines Werkes 
3. Bd. (1871)
Entstehung
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dau von Dir denken! Geh und kleide Dich raſch an, ein Mädchen darf ſich nicht ſo vernachläſſigen; einer kranken Frau ſieht man ein wenig Bequemlichkeit ſchon nach.

Sie deutete dabei auf ihren Morgenrock aus groß⸗ gepalmtem Kaſchmir, der aber nur ſehr Unerfahrene in der Täuſchung erhalten konnte, als habe Madame nicht ſchon eine Stunde wenigſtens der ſorgſamſten Toilette gewidmet.

Gerhard wurde ſo zu einem jener flachen Compli mente gepreßt, die beinahe unerlaßlich ſind, weil jede Frau ſie gern hört, ſo ſehr ſie dieſelben auch zu ver⸗ ſchmähen vorgibt. Er dachte nicht daran, daß mitt⸗ lerweile ſein Platz an der table d'hôte leer blieb, und ging mit Maxime, wie ihm bedeutet worden, ins Nebenzimmer voran, wo er die Tante ſchon am ge⸗ deckten Tiſche traf.

Madame de Granier fand inzwiſchen Zeit, mit ihrer Schweſter einige Worte zu wechſeln.

Sprach er? flüſterte ſie ihr leiſe und erwartungs⸗ voll zu, und als Adrienne die Achſeln zuckte, fügte ſie überraſcht hinzu:Auch heute nicht? Wie? Und ich dachte doch, nach dem Vorausgegangenen

Warum kamſt Du ſo früh?

So früh? Der Vorwurf ſchien Madame be⸗

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