zimmer trat und Gerhard aufforderte, an ihrer Seite Platz zu nehmen. Ihre Züge trugen vielmehr das Gepräge der vollkommenſten Unbefangenheit, und ſo auch ſchien ihr Geſpräch ganz abſichtslos Allerlei zu berühren, worüber Gerhard doch wieder erſtaunt war, denn bald ſchien es ihm des eigentlichen Zuſammen⸗ hangs zu entbehren, bald fand er in dem halb kin⸗ diſchen Geplauder Anſpielungen und Wendungen, die offenbar berechnet waren, auf den Strauch zu ſchlagen
„Nehmen Sie doch“, ermunterte ſie ihn, auf eine Schüſſel mit Cotelettes weiſend.„Sie ſind zu ſchüchtern. Man kommt damit bei Tiſche wie in der Liebe zu kurz. Die Liebe iſt wie der Krieg“, fuhr ſie in einem Athem fort.„Man kann langſam belagern oder mit Sturm einnehmen. Das Letztere thut der Franzoſe, indeß der Deutſche oft ſeine Schanzgräben aufwirft und aus der Ferne die Feſtung beſchießt, die vielleicht längſt ſchon die Thore geöffnet hat.“
„Der Deutſche geht aber gern ſicher“, lachte Ger⸗ hard;„es gibt Beiſpiele, daß Stürme abgeſchlagen wurden und ſogar Franzoſen abziehen mußten.“
„Bah!— Sie trinken doch ein Glas Vin de Gla- cier?— Man muß eben ſorgen, daß man im feindlichen Lager ein Einverſtändniß unterhält. Ein kleiner goldener Schlüſſel öffnet zur rechten Zeit die Ausfallspforte—


