441
unwiderſtehlichen Drang noch nicht, der ein längeres Schweigen zur Unmöglichkeit macht und das entſchei⸗ dende Wort wie eine zuckende Flamme von den Lippen reißt. Ein wonniges Behagen durchſtrömte ihn in ihrer Geſellſchaft und er verlangte nicht mehr, als an ihrer Seite zu ſein, mit ihr ſprechen zu dürfen und jedes ihrer Worte, jede Bewegung, jeden Blick zu be⸗ lauſchen und zu deuten, ob es ihm auch gelänge, die Neigung ihres Herzens zu erringen. Ein ſchüchternes Zagen, wie er es in ſeinen Jünglingsjahren gefühlt, hielt ihn zurück, im Sturmſchritte eine Eroberung zu verſuchen, die dauernder ſein ſollte als der kurze Rauſch ſeiner meiſten frühern Erfolge. Es überkam ihn wie ein Schwindel, wenn er in ihre dunkeln, oft wie ſcheu verſchleierten Augen blickte, ehe er ihr aber zu Füßen ſank, riß ihn noch zur rechten Zeit der Zweifel empor. Dies Wunderbild ſollte für ihn— für ihn beſtimmt ſein? Er wagte es kaum zu denken und dann begann wieder mit einer jener Alltagsfragen, die ein flüſ⸗ ſiges Geſpräch über alles Mögliche einleiten, nur über das Eine nicht, was den Betreffenden am meiſten auf dem Herzen liegt. Diesmal aber ſchien das Geplauder, nachdem es allerlei Unbedeutendes berührt, doch eine bedeutſamere Wendung nehmen zu wollen. Adrienne wunderte ſich,


