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„Ach Gott, mein Anzug!“ rief Adrienne beſtürzt aus. Es ſchien ihr jetzt erſt einzufallen, daß ſie noch nicht angekleidet ſei, ihre Händchen fuhren nach dem Kopfe, ordneten das Netz, brachten die freiheitsliebende Locke wieder ins Gefängniß und haſchten nach dem Häubchen auf Nero's Kopf, das nun freilich unbrauch⸗ bar geworden war.
„Sie könnten keinen reizendern Anzug haben“, be⸗ theuerte Gerhard.„Ich habe Sie noch nie ſo vortheil⸗ haft geſehen; warum wollen Sie ſich eines Coſtüms ſchämen, das mit der morgigen Mode vielleicht ſchon de rigueur iſt, und mir einen Anblick mißgönnen, Adri⸗ enne, den ihr glücklicher, beneidenswerther Friſeur tag⸗ täglich genießt?“
„Das darf er wohl, denn ich bin es ſelbſt.“
„Mit dieſer Fülle des Haares bedürfen Sie frei⸗ lich all der Künſte und Nachhülfen nicht.“
Indeſſen hatte Maxime, einem Winke ſeiner Tante folgend, das Zimmer verlaſſen und Gerhard ſah ſich mit der Geliebten allein, ohne daß aber dadurch der Ton ſeiner Unterhaltung eine Aenderung erlitten hätte.
Seit jenem nächtlichen Zuſammentreffen hatte er Adrienne öfter ſchon geſprochen, ohne daß ſie einander eigentlich näher gekommen wären. Gerhard fühlte jenen


