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dieſem ſpeciellen Fall zugeben, denn Sie glauben nur Alles zu kennen, wirklich Alles zu kennen, dürfen Sie
ſich ſelber nicht zumuthen.“
Gerhard hatte ſehr nachdrücklich und beſonders im Schlußſatze ſcharf pointirt geſprochen. Frau von Rü⸗ derich, die, während er redete, den Mund hochmüthig eingekniffen hatte, warf den Kopf zurück.
„Sie vergeſſen“, verſetzte ſie ſelbſtbewußt,„daß wir Autoren kein Geſchlecht haben.“
Wäre Gerhard nicht ſo mißſtimmt geweſen, er hätte lachen müſſen, ſo aber verbeugte er ſich nur tief.
„Darauf, Madame“, ſagte er glatt,„hat ſchon Napoleon geantwortet, übrigens werden nicht alle Schriftſtellerinnen in Coppet ruhen.“
Welchen Effect dieſe Worte machten, konnte er nicht mehr wahrnehmen, da er den Salon verließ und ſich auf ſein Zimmer begab. Es kam ihm ſonderbar vor, daß er nun ſchon zum zweiten Male zum Verthei⸗ diger Lizzie's geworden war, ohne daß er ſich doch um dieſe Aufgabe eigens beworben hätte. Das Schickſal ſchien ihn einmal necken zu wollen und ſchob ihm wieder und wieder den Degen in die Hand, auf deſſen Schutz Lizzie doch ſo kränkend verzichtet hatte. Durfte er aber auf die Worte eines launenhaften Kindes achten? So wenig er zu Verdächtigungen ſchweigen konnte, die


