Teil eines Werkes 
2. Bd. (1871)
Entstehung
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hard empört ein,daß Sie ſich im vollſtändigſten Irr⸗ thum befinden!

Im Irrthum, ich? Mein lieber Strandau, geben Sie ſich keine Mühe, ich weiß, was ich weiß. Ich ſehen ſo klar in Ihren Gedanken wie in denen der beiden Schweſtern und in denen des Grafen. Ein Mädchen, das mit einem Liebhaber ſchmollt, ein junger Mann, der nicht übermäßig gewiſſenhaft iſt und ſich eine Roſe für ſein Knopfloch bricht, wo er ſie findet, eine Frau, die ihren Mann zur Rolle des Königs Menelaus ver⸗ urtheilt ich kenne das.

Auch das Letztere? Fürwahr, Sie überraſchen mich durch dies Geſtändniß, fuhr nun Gerhard ſeinerſeits mit beißendem Sarkasmus heraus. Das Geſicht der würdigen Dame verlängerte ſich auf einmal ungemein und mit einem Ton, der einen Eisberg zwiſchen ſie und Gerhard zu ſchieben ſchien, fragte ſie:Wie mei⸗ nen Sie das, mein Herr?

Nun, lenkte Gerhard, der weit genug gegangen zu ſein glaubte, ein,ich denke, daß eine Dame eben nicht Alles kennen darf. Gewiſſe Dinge müſſen ihr fremd bleiben und ich denke, dazu gehören wohl auch we⸗ nigſtens die beiden letzten von Ihnen erwähnten In⸗ dividualitäten. Sie werden zugeben, daß Ihr Urtheil Sie zuweilen täuſchen kann; ſie müſſen dies gerade in