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Gerhard ſah ſich einigermaßen in der Klemme. Es iſt doch ſchwer, einer Dame zu ſagen, daß man ſie unausſtehlich findet, und ſelbſt wenn man es übers Herz brächte, würde ſie's nicht glauben, ſondern der Aeußerung ganz andere Motive unterſchieben als das einfache wirklich vorhandene Gefühl. Mit dieſer Frau ſich ans Klavier ſetzen, eher hätte er die Muſik auf ewig verſchworen und lieber taub werden mögen, als den Geſang dieſer Stimme mit anhören, die vielleicht nicht übel war, obgleich er ſich das nach dem ge⸗ wöhnlichen Redeton nicht recht vorzuſtellen vermochte. Andererſeits ſah Gerhard ganz gut, daß eine Wei⸗ gerung nur ihrem Spott und ihrer Verleum⸗ dung die Schleußen öffnen müſſe. Indeß er noch ſchwankte, enthob ihn Frau von Riüdderich ſelbſt jeder Antwort.
„Ich will Sie nicht auf eine ſo harte Probe ſtellen“, fuhr ſie hämiſch lachend fort und ſah ihm ganz aus der Nähe durchs Lorgnon ins Auge.„Ich begreife, daß ſolche Muſikſtunden nicht anders als für gutes Honorar gegeben werden, und ich wäre wohl kaum im Stande, daſſelbe zu leiſten. Dazu gehören achtzehn Jahre und ein ſüßer, ſchwellender Mund— zum Sin— gen natürlich.“
„Ich wiederhole Ihnen, gnädige Frau“, fiel Ger⸗


