——
Laſſen Sie uns die Stunden wieder aufnehmen, die Muſik wird Ihre Erregung ſänftigen. Ich will Ihnen alle möglichen Fehler zugeſtehen, deren Sie mich an⸗ klagen wollen. Kommen Sie, ſingen Sie noch ein wenig.“
„Ich will nicht! Ich habe es Ihnen ſchon geſagt.“
„Nun gut, alſo morgen“, erwiderte Gerhard zu⸗ rücktretend. Die ſchroffe Zurückweiſung ſeiner gutmü⸗ thig dargebotenen Hand hatte ihn verletzt. Er dachte: „Laß ſie, ſie iſt doch ein verzogenes Kind!“ Dennoch erſtaunte er, als er zur Antwort erhielt:„Nein, auch morgen nicht. Ich will Sie Ihrer koſtbaren Zeit nicht berauben. Sie haben dieſelbe vielleicht talentvollern, dankbarern Schülerinnen entzogen. Ihren Auftrag kann ich, wie geſagt, nicht übernehmen, ich möchte Sie nur bitten, ſich hier nicht abermals zu weit hinreißen zu laſſen. Graf Hilmersdorf würde vielleicht weniger nach⸗ giebig und ein Duell in dieſem Falle wohl keine Ehren⸗ rettung ſein. Meine Schweſter und ich, wir verzichten auf Ihren Schutz und Ihren Degen. Bewahren Sie denſelben für Fälle, die wichtiger ſind, und fir d Damen, die Ihnen näher ſtehen.“
Gerhard war von dieſen Worten einigermaßen be⸗ troffen und bemerkte nicht, wie Lizzie ihre Augen ſchloß, um eine Thräne zu zerdrücken, die ihr die Erregung,


